Vieles, was in Medien und Werbung über KI-Prognosen behauptet wird, hält einer
kritischen Prüfung nicht stand. Die Vorstellung, Unsicherheiten seien allein durch
Rechenleistung zu beseitigen, ist ein Mythos. Moderne Modelle arbeiten mit
Wahrscheinlichkeiten, nicht mit Gewissheiten. Fehlerquellen bleiben selbst bei
fortschrittlichen Ansätzen erhalten – von der Datengewinnung bis zur
Ergebnisinterpretation. Studien des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung (2025)
belegen, dass Transparenz über Limitationen die Entscheidungsqualität verbessert.
Empirische Beispiele zeigen, wie sich die Prognosekraft im Alltag verändert: Ereignisse
wie unerwartete Marktverwerfungen oder plötzliche Nachrichtenflüsse führen zu
Abweichungen, die kein Modell zuverlässig vorhersagen kann. Deshalb setzen
verantwortungsvolle Analysten auf kontinuierliche Überprüfung, offene Dokumentation und
methodische Vielfalt. Fehler werden nicht versteckt, sondern dienen als Grundlage für
Verbesserungen und für eine realistische Einschätzung der Aussagekraft. Klar bleibt: Ein
Modell ist Werkzeug – nicht Wahrheit.